HNA vom 24.07.09 - Artikel von Beate Eder

Ulrike Gottschalck: Zupackend und bürgernah

Ulrike Gottschalck ist die Richtige, wenn es gilt, die Kohlen aus dem Feuer zu holen: Sie ist zupackend, kämpferisch, bürgernah, mit beiden Beinen im Leben stehend - und redet Klartext. Nur über Rainer Pfeffermann wollte sie sich am Donnerstag nicht äußern. "Kein Kommentar", sagte sie.

Die 53-Jährige ist ein sozialdemokratisches Urgestein aus Niestetal
Die durchsetzungsfähige Rothaarige steht für Chancengleichheit in der Bildung, soziale Gerechtigkeit und für eine Wende hin zu Erneuerbaren Energien. Gottschalck glaubt fest daran, dass alte sozialdemokratische Themen wieder neu belebt werden müssten.

Als Manfred Schaub Bürgermeister in Baunatal wurde, übernahm die Niestetalerin 2005 kurzerhand sein Mandat im hessischen Landtag. Seither - und bis heute - hat sie schwere Erschütterungen in ihrer eigenen Partei, in die sie 1976 eintrat, erlebt und durchlitten.

2008 errang die 52-Jährige mit beachtlichen 51,7 Prozent der Stimmen das Direktmandat im Wahlkreis Kassel-Land II. Doch das hielt nur zwölf Monate. Ypsilantis Wortbruch, das Auseinanderdriften der rechten und linken Flügel in der SPD, eine geschäftsführende CDU-Landesregierung: Diese so genannten hessischen Verhältnisse haben der überzeugten Sozialdemokratin überhaupt nicht behagt.

Bei der Landtagswahl im Januar 2009 holte die Mutter von drei Kindern trotz Verlusten von zehn Prozent der Stimmen wieder ihr Direktmandat. Kleiner persönlicher Trost trotz des Einbruchs: Mit 41,7 Prozent der Erststimmen erzielte sie das beste Ergebnis aller hessischen SPD-Abgeordneten. Seit Januar schien Ruhe in ihr Berufsleben eingekehrt zu sein.

Doch wie aus heiterem Himmel steht sie jetzt mit ihrer Bundestagskandidatur erneut vor einer Herausforderung. Sollte sie nach Berlin gehen, so käme Ersatzbewerber Timon Gremmels (Niestetal) als Landtagsabgeordneter zum Zug. Er hatte sich übrigens auch um die Bundestagskandidatur beworben.

Die Menschen mögen Ulrike Gottschalk wegen ihrer unprätentiösen Art. Die sympathische Politikerin und SPD-Fraktionschefin im Kreistag ist der Spross einer ursozialdemokratischen Familie in Niestetal. Ihr Vater, der verstorbene Kurt Fischer, war ein bekannter Gewerkschafter bei Henschel.

"Die Uli", wie sie genannt wird, kann auf eine typische Frauenkarriere zurückblicken. Nach der Mittleren Reife absolvierte sie eine Ausbildung zur Kinderpflegerin. Und mit Ausbildungsende 1975 kam auch schon die Babypause, die bis 1984 dauerte. "Denn da habe ich meinen eigenen Kindergarten aufgemacht und meine Kinder Bastian, Frederik und Caroline geboren", hat sie in einem HNA-Interview humorig gesagt.

Als die Kinder älter waren, begann sie mit der politischen Arbeit, die sie bis nach Wiesbaden führte. Dem Dauerstress setzt Gottschalck ihre Hobbys entgegen: Den eigenen Garten am Haus in Niestetal gestalten und zusammen mit ihrem Mann lecker kochen.

Veröffentlicht: 05.01.2010



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© Ulrike Gottschalck
Datum des Ausdrucks: 12.12.2017